Hilfe für ein traumatisiertes Land
Ohne Frage ist der Irak ein Land mit einer “blutigen” Vergangenheit. Verschiedene Quellen wie auch Augenzeugenberichte belegen, dass im Irak während der Ära Saddam Hussein Folter eine durchaus übliche “Verhörmethode” war und auch “gerne” mal zur Einschüchterung der politische Opposition benutzt wurde. Ebenso schwebten Minderheiten wie auch generell dem Staat lästige Personen (etwa Ehemänner, deren Frauen auf offener Straße entführt und vergewaltigt wurden) in ständiger Gefahr. Durchaus “gängige” Methoden waren dabei Schläge und Elektroschocks, um das Opfer gefügig zu machen, aber auch Verstümmlungen wie das Ausstechen von Augen und viele Grausamkeiten mehr. Wobei sich das “Blatt” mitunter auch wendete und jene Sicherheitskräfte, die eben noch als Wärter fungiert hatten, beim kleinsten Verdacht selbst zu Folteropfern wurden …
Mit Unterstützung des Auswärtigen Amts erhalten irakische Folteropfer nun noch bessere Behandlungsmöglichkeiten. Denn im nordirakischen Erbil hat das Berliner Behandlungszentrum für Folteropfer (bzfo) nun ein weiteres Zentrum eröffnet: Es ist das dritte Behandlungszentrum dieser Art im Land.
So hat das Auswärtige Amt seit 2008 den Aufbau von Betreuungszentren für Folteropfer im Irak mit 500.000 Euro unterstützt. Bereits 2005 gründete das bzfo in der nordirakischen Millionenstadt Kirkuk ein Rehabilitationszentrum für Folteropfer: “Es war das erste seiner Art und konnte seither 2.000 Menschen versorgen!”
2009 folgte ein zweites Zentrum in Sulaimaniya; am 5. Mai diesen Jahres schließlich wurde das neueste Behandlungszentrum für irakische Folteropfer in der Stadt Erbil eingeweiht.
Traurige Randbemerkung: Auch der Nachkriegsregierung wurde schon mehrmals vorgeworfen, ganz speziellen Verhörmethoden nicht abgeneigt zu sein.