Archiv für die Kategorie „Bagdad Aktuelles“

“München – Bagdad” ab Ende September 2010

Die Lufthansa wird – wie geplant und berichtet – vom 30. September an die Städte München und Bagdad verbinden. Dabei soll, wie aus Unternehmenskreisen zu hören war, die irakische Hauptstadt vier Mal pro Woche mit einer bereits heute für Lufthansa fliegenden Boeing 737 des Schweizer Flugunternehmens PrivatAir bedient werden.

Damit fliegt Lufthansa den Irak – nach 20 Jahren Unterbrechung -, wieder an; seit dem 25. April wird die nordirakische Stadt Erbil mit vier wöchentlichen Verbindungen ab Frankfurt bedient.

“Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Erholung und der Ansiedlung ausländischer Firmen, wächst auch die Nachfrage nach Flügen in den Irak. Daher freuen wir uns, unseren Kunden erstmals eine Nonstop-Verbindung von München in die irakische Hauptstadt anbieten zu können”, so Thomas Klühr, Konzernbeauftragter und Leiter Hubmanagement München.

Das Land verfügt über die drittgrößten Erdölreserven weltweit und entwickelt sich wirtschaftlich sehr dynamisch. Schwerpunkte sind dabei das Bauwesen, die Energie- und Wasserwirtschaft sowie das Gesundheitswesen. Bagdad selbst ist mit rund neun Millionen Einwohnern die größte Stadt des Landes. Diesen Beitrag weiterlesen »

Schuhwerfer von Bagdad

Das hätte sich der junge Journalist Muntasar al-Saidi nicht träumen lassen, als er auf einer Pressekonferenz in Bagdad den anwesenden US-Präsidenten George W. Bush am 14. Dezember 2008 seine Schuhe ins Gesicht schleuderte. Für viele bedauerlich, verfehlten seine rindsledernen Geschosse den Präsidenten, weil dieser überraschend geschickt auswich. Diesen Beitrag weiterlesen »

Bagdad International Airport

Der einstmals schöne Bagdad-Airport gehört sicherlich zu denjenigen Flughäfen, auf denen in der Zeit seiner Existenz die wenigsten Flugbewegungen registriert wurden. Der größte Flughafen des Irak liegt am Westrand der Megametropole und war mit französischer Hilfe geplant und gebaut worden. Anfang der 80er-Jahre öffnete der Saddam International Airport, der auch über einen militärischen Teil verfügte. Ausgelegt für bis zu acht Millionen Passagiere, erreichte der damals supermoderne Flughafen nie seine Kapazität. Diesen Beitrag weiterlesen »

US Embassy Bagdad

Die neu erbaute US-Botschaft in Bagdad ist ein monströses Ensemble aus zwei Dutzend Gebäuden und deutet an, wie wichtig die Bush-Administration den Irak genommen hat. Sie soll gleichzeitig die Macht und den Anspruch Washingtons demonstrieren. In dem Komplex leben und arbeiten mehr als 1000 Menschen. Die Funktion der Botschaft ging lange Zeit weit über die einer diplomatischen USVertretung hinaus. Hier lag auch das Zentrum der US-Verwaltung des Irak in der Nachkriegs- und Übergangszeit.

Die Botschaft kostete den US-Steuerzahler mehr als 600 Millionen Dollar und ist eine kleine Stadt für sich mit Einkaufszentrum, Dienstleistungsbetrieben wie Friseur-, Kosmetik- und Fitnessstudios sowie mehr als 600 Wohnungen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Irak plant Ausbau der Infrastruktur – Investoren gesucht

Nach Auskunft der “Wirtschaftsplattform Irak” plant die irakische Regierung, die Infrastruktur im Land – insbesondere an Flughäfen – auszubauen. So soll der Flughafen in Bagdad durch drei neue Terminals sowie einen Cargo-Bereich deutlich aufgewertet werden. Zusätzlich sei eine Zugverbindung ins Stadtzentrum, ein Kongresszentrum sowie eine Luftfahrtakademie geplant. Ein Projekt, für das die Regierung derzeit nach Investoren sucht.

Der Internationale Flughafen in Bagdad, früher “Saddam International Airport”, wurde zwischen 1979 und 82 als Zivil- wie auch Militärflughafen gebaut und befindet sich in einem Vorort, etwa 16 Kilometer westlich der City.

Bagdads’ Greenzone

© flickr.com/ jim.gordon

Ein Teil der Innenstadt der irakischen Hauptstadt Bagdad ist hermetisch abgeriegelt. Hier liegt die sogenannte Greenzone, die grüne Zone, in der abgeschirmt hinter hohen Mauern und Stacheldraht das Parlaments- und Regierungsviertel, die riesige neue US-Botschaft, die britische Botschaft, eine US-Garnison, zahlreiche ehemalige Villen und auch Paläste von Saddam Hussein in einem park- und oasenartigen, weitläufigen Gelände am Tigris liegen. In ihnen leben teilweise noch die rechtmäßigen Besitzer, vorwiegend aber Amerikaner. Zahlreiche westliche, insbesondere amerikanische Geschäftsleute und Dienste haben hier ihren Sitz. Und es gibt wilde Besetzer aus den letzten Kriegstagen. Sie haben ehemalige Gebäude der Baath-Partei, der früheren Saddam-Einheitspartei, besetzt und leben sozusagen geduldet in dem zur Grünen Zone gewordenen Areal, das von einer 12 Kilometer langen Betonmauer umgeben ist. Zugang alle haben nur über spezielle Check Points Zugang. Diesen Beitrag weiterlesen »

Neue Ländervertretungen in Erbil

Während viele Regionen des Landes nach wie vor “brandgefährlich” und Menschenrechtsverletzungen scheinbar an der Tagesordnung sind, kehrt im Norden fast so etwas wie Normalität ein. Auch das Auswärtige Amt schränkt seine Reisewarnung für den Irak für die Region Kurdistan-Irak, vor allem die Städte Erbil, Sulaymaniya und Dohuk, aufgrund einer besseren Sicherheitslage ein.

Dazu passt eine Meldung der Wirtschaftsplattform Irak, nach der Polen, Libanon, die Vereinigten Arabischen Emirate wie auch Kroatien planen, Konsulate in der Hauptstadt der irakischen Region Kurdistan, Erbil, zu eröffnen. Diese sollen vornehmlich dazu dienen, das wirtschaftliche Engagement der Länder zu vereinfachen. Denn gerade die (ruhige) Region Kurdistan ist für viele Länder inzwischen wirtschaftlich durchaus attraktiv geworden. Hier werden immer mehr private Investoren aktiv, und daher wollen auch die Länder mit ihren Vertretungen präsent sein.

Hotel in Bagdad finden

© wikipedia.org

Das Al-Rashid-Hotel im Zentrum von Bagdad war früher das beste Hotel in der irakischen Hauptstadt. Dort stiegen schon zu Saddam Husseins Zeiten Staatsgäste, ausländische Geschäftsleute und Journalisten ab. Berühmt wurde das zentrale, 18-stöckige Bauwerk im Golfkrieg von 1991, als der Reporter Peter Arnett von dort für den US-Nachrichtensender CNN berichtete und diesen international bekannt machte. Nach dem Golfkrieg ließ Saddam an der Schwelle des Hotels ein Mosaik mit dem Konterfei von US-Präsident George Bush senior anbringen. Jeder, der das Hotel betreten wollte, musste Bush sozusagen ins Gesicht treten. Im Vorraum starrte einen von allen Seiten Saddam in verschiedenen heroischen Posen auf dem Pferd und mit Säbel oder Pistole von übermannsgroßen Bildnissen herab an.

Nach dem Irakkrieg, der 2003 mit der Vertreibung Saddam Husseins und der Eroberung des Irak durch US-Truppen und Koalitionäre endete, ließ US-Präsident George W. Bush junior, der Sohn des US-Präsidenten aus dem sogenannten zweiten Golfkrieg, das Mosaik entfernen und stattdessen das Bildnis von Saddam Hussein anbringen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Deutsches in der Fremde

Mit der Einrichtung so genannter “Dialogpunkte” baut das Goethe-Institut ein Netzwerk mit aktuellen Deutschlandinformation in Nordafrika und Nahost auf. Ziel ist es, insbesondere jungen Menschen aus der arabischen Welt, einen freien Zugang zu Informationen zu bieten und sie einzuladen, Deutschland näher kennen zu lernen. Hierzu wurde, nach Bagdad, auch ein Dialogpunkt Deutsch in Erbil errichtet.

Damit hat der Irak seit dem 23. November 2008 eine zweite Anlaufstelle für alle, die sich für unser Land interessieren; der “Dialogpunkt” befindet sich in den Räumen der deutschen Firma MAN/Terramar.

Seinen Besuchern bietet der “Dialogpunkt” ein vielfältiges Informations- und Medienangebot zu Deutschland und der deutschen Sprache an: “Besucher sind zum Lernen und Diskutieren oder einfach nur zum Schmökern und Verweilen eingeladen”, so das Goethe-Institut, das als Zielgruppe vor allem Deutschlehrer, Studenten und Rückkehrer aus Deutschland sieht: “Eingeladen sind freilich alle, die sich für Deutschland, seine Sprache und Kultur interessieren.” Diesen Beitrag weiterlesen »

Irak: Minderheiten in Gefahr

© flickr.com/ Jayhel Aheram

Ein Land kommt nicht zu Ruhe. Unverändert warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in den Irak und empfehlt deutschen Staatsangehörigen, das Land zu verlassen. Denn trotz einer teilweise verbesserten Sicherheitslage (und einigen, eher “ruhigen” Provinzen) bleibt ein Aufenthalt in Irak gefährlich, finden nach wie vor immer noch mehrere hundert Menschen im Monat den Tod. Nicht nur bei großen, aufsehenerregenden Anschlägen, sondern ebenso abseits der laufenden Fernsehkameras.

So weist Amnesty International auf die nach wie vor heikle Stellung von Frauen und Mädchen in dem Land hin: “Wenn Frauen gegen traditionelle Moralvorstellungen verstoßen, kommt es immer wieder zu so genannten Ehren-Verbrechen … bis hin zum Mord durch Familienmitglieder”, zieht Irak-Experte Carsten Jürgensen eine traurige Bilanz. Diesen Beitrag weiterlesen »