Irak: Minderheiten in Gefahr
Ein Land kommt nicht zu Ruhe. Unverändert warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in den Irak und empfehlt deutschen Staatsangehörigen, das Land zu verlassen. Denn trotz einer teilweise verbesserten Sicherheitslage (und einigen, eher “ruhigen” Provinzen) bleibt ein Aufenthalt in Irak gefährlich, finden nach wie vor immer noch mehrere hundert Menschen im Monat den Tod. Nicht nur bei großen, aufsehenerregenden Anschlägen, sondern ebenso abseits der laufenden Fernsehkameras.
So weist Amnesty International auf die nach wie vor heikle Stellung von Frauen und Mädchen in dem Land hin: “Wenn Frauen gegen traditionelle Moralvorstellungen verstoßen, kommt es immer wieder zu so genannten Ehren-Verbrechen … bis hin zum Mord durch Familienmitglieder”, zieht Irak-Experte Carsten Jürgensen eine traurige Bilanz.
Auch Christen und Angehörige anderer religiöser Minderheiten schweben in permanenter Gefahr. Daher sehen sich auch nicht-muslimische Frauen häufig gezwungen, muslimische Kleidung zu tragen, da sie nur so die Chance haben, Angriffen zu entgehen. “Manchmal entscheidet bereits der Hinweis auf die Religionszugehörigkeit im Ausweis über Leben und Tod”, erklärt Amnesty.
Auch Homosexuelle, kritische Journalisten, Menschenrechtsaktivisten oder Flüchtlinge sind einer ständigen Bedrohung ausgesetzt. Amnesty International forderte daher von der irakischen Regierung noch einmal nachdrücklich effektive Maßnahmen zum Schutz der gefährdeten Personengruppen: “Milizen müssen entwaffnet und gesetzliche Ausnahmeregelungen wegen so genannter “ehrenhafter Motive” abgeschafft werden!”
Besonders traurig: Auch Polizisten und Gefängnispersonal scheinen Menschenrechtsverletzungen nicht “abgeneigt”!
