Archiv für November 2009
Im Irak herrscht Obst- und Gemüsemangel
Um die heimischen Bauern zu unterstützen und dazu anzuregen, wieder selber mit dem Anbau von Obst und Gemüse zu beginnen, hatte die Regierung vor ein paar Monaten die Einfuhr von ausländischem Obst und Gemüse verboten. Diese Maßnahme ging bislang allerdings völlig nach hinten los, weil das Ergebnis davon ist, dass auf Bagdads Märkten kaum noch vernünftiges Obst und Gemüse zu finden ist.
Seit dem Beginn des Krieges im Jahr 2003 wurde der Bedarf der Bevölkerung an Obst und Gemüse nach und nach immer mehr durch die Importe gedeckt, so dass die irakischen Bauern ihre Höfe irgendwann verlassen mussten um in den Städten ihr Glück zu versuchen. Noch zu Zeiten Saddam Husseins waren die landwirtschaftlich genutzten Flächen ohnehin schon geschrumpft, was die Lage auch nicht besser machte. Hinzu kam dann nach dem Kuwait-Krieg auch noch ein Embargo, welches die Einfuhr von notwendigen Chemikalien und auch Düngemitteln verbot. Im Vergleich zum Jahr 2000 werden heute nur noch 40 Prozent der Fläche genutzt, die damals für landwirtschaftliche Zwecke vorgesehen war. Diesen Beitrag weiterlesen »
Bagdad mit eigenem YouTube-Kanal
Nach der Queen, Barack Obama und dem Papst verfügt nun auch Bagdad über einen eigenen Kanal auf YouTube. Laut Ministerpräsident al-Maliki biete dies sowie auch das Internet im Allgemeinen die derzeit besten Kommunikationsmöglichkeiten. So sollen zum Beispiel die Bürger des Irak auf diese Weise auch einen Einblick bekommen, was im Bereich der Politik so hinter den Kulissen abgeht. Darüber hinaus haben sie über den neuen Channel auf YouTube auch die Möglichkeit, an Diskussionen über politische Entscheidungen teil zu nehmen, in dem sie die Kommentarfunktion nutzen. Videos der Regierung können außerdem auch bewertet werden und man hat zudem auch die Möglichkeit, per Videoantwort direkt Kontakt mit den Regierungsmitgliedern aufzunehmen.
Die Beiträge der Regierung werden zum Teil auch mit englischen Untertiteln versehen, so dass auch ein internationales Publikum vom neuen Kanal profitieren kann. Der Irak will diese Möglichkeit unter anderem auch dazu nutzen, die Menschen im In- und Ausland über Investitionsmöglichkeiten im Irak zu informieren. Die deutsche Regierung ist übrigens bislang noch nicht auf YouTube vertreten, es gibt lediglich einige Parteien, die diese Plattform zum Austausch von Informationen sowie auch zur Kommunikation nutzen.
Küche von Bagdad Lamm / Al Khouzi
Neulich as ich hier in München bei Freunden Khouzi, die “Fast Food Version” des traditionellen arabischen Festmahls – gefülltes Lamms mit Masgoof, ein am offenen Feuer gegrillter Fisch.
Laut Überlieferung, so wurde mir versichert, dürfte man nur Fische aus dem Tigris nehmen, allerdings sei die servierte Forelle ebenso geeignet.
Ich erwiderte, dass die Zubereitung auch nicht auf einer “originalen Feuerstelle” zubereitet wurde, sondern einer Einbauküche von Küchen Quelle.
Insgesamt war die Mixtur aus Fleisch und Fisch gewöhnungsbedürftig, aber nach Art der Arabischen Küche, schön scharf abgescheckt. Weiterführende Links:
Iraker ärgern sich über Fifa-Ausschluss
Nachdem der Welt-Fußballverband Fifa den irakischen Fußballverband (IFA) in der vergangenen Woche aus seiner Vereinigung ausgeschlossen hatte, weil einige Führungspositionen des irakischen Verbandes immer noch mit Menschen besetzt sei, die dem Regime von Saddam Hussein nahe standen, zeigt sich die irakische Bevölkerung anhaltend verärgert über diesen Entschluss. Den meisten Irakern ist es sogar wichtiger, hier eine Einigung zu erzielen, als bei dem Gerangel um die Parlamentswahlen. Demnach könne man von den Wahlen sowieso nichts Gutes erwarten – der Fußball allerdings würde Sunniten, Schiiten und Kurden einen – das ist jedenfalls die vorherrschende Meinung unter den Irakern.
Andere wiederum sehen die Gefahr, dass der Fußball politisiert werde. Viele Menschen im Irak sagen, dass der Fußball sie glücklich mache und dass man sich auch in der Politik oft einen besseren Sportsgeist wünsche – immerhin fällt es den Politikern besonders schwer, Niederlagen einzustecken, während man im Sport auch als Verlierer nach einer kurzen Weile des Verdauens der Niederlage in der Lage ist, sich für den Gewinner zu freuen.
Iraks neues Wahlgesetz – Immer noch keine Einigung
Die Spannungen zwischen den einzelnen Völkerstämmen um Irak, den Schiiten, den Sunniten und den Kurden, wirken sich nun auch auf der politischen Ebene aus: Der nun bereits mehrere Wochen anhaltende Streit um das neue Wahlgesetz im Irak war in der vergangenen Woche in eine weitere Runde gegangen, weil der sunnitische Vizepräsident Tarik al-Hashimi ein Veto gegen das neue Gesetz eingelegt hatte. Als Grund dafür gab er an, dass die zwei Millionen irakischer Auslandsflüchtlinge, unter denen sich zum Großteil Sunniten befinden, nicht angemessen im neuen Parlament vertreten sind.
Nachdem das Gesetz daraufhin mit Zustimmung der schiitischen und kurdischen Abgeordneten bereits abgeändert wurden, könnte in dieser Woche sogar ein weiteres Veto Tarik al-Hashimis drohen, weil die Sunniten nun angeblich noch schlechter gestellt seien, als vor der Gesetzesänderung, da sie auf diese Weise noch weniger Mandate erhalten würden. Unabhängig davon, ob nun ein zweites Veto folgt oder nicht, dürfte es inzwischen eher unwahrscheinlich sein, dass die Parlamentswahlen im Januar 2010 wie geplant statt finden können.
Britischer Ex-Soldat gibt Folter in Abu Ghuraib zu
Ein britischer Ex-Soldat berichtet nun, dass es im US-Gefängnis Abu Ghuraib in Iraks Hauptstadt Bagdad zu systematischer Folter gekommen ist. Demnach ist das Ausmaß an Gewalt sogar noch größer gewesen, als bislang vermutet. Zur Routine gehörte es demnach schon, die Gefangenen, zu denen auch sehr junge Männer zählten, zu treten und zu schlagen. Darüber hinaus wurden einige der Gefangenen auch sexuell misshandelt und anderweitig gequält. Dazu zählte unter anderem auch der Schlafentzug, das Zufügen von Verbrennungen und andere körperliche Torturen. Zu den Peinigern zählten nicht nur die Soldaten selber, sondern auch deren Vorgesetzte, die manchmal sogar die Befehle zur Folter erteilten.
So wurde zum Beispiel auch ein 16-Jähriger Junge von zwei britischen Soldaten vergewaltigt. In einem anderen Fall wurde ein Iraker von Soldaten und auch Soldatinnen vergewaltigt und misshandelt. Und solche Fälle sind bestimmt nur ein Bruchteil von dem, was dort wirklich vorgefallen ist. Der ehemalige Soldat, der nun über diese Vorfälle berichtet, wurde selber vor drei Jahren wegen diverser Kriegsverbrechen zu einem Jahr Haft verurteilt. Sechs seiner Kameraden wurden dagegen freigesprochen.
Gewalt im Irak nimmt kein Ende
Auch wenn viele Menschen vielleicht dazu neigen, bei neuen Schreckensmeldungen aus dem Irak eher weg zu hören oder diese auch schon beinahe für normal zu halten, ist es wichtig, immer wieder darüber zu berichten und auch darauf hinzuweisen. Denn bei den getöteten Menschen handelt es sich praktisch um Personen „wie Du und ich“, die völlig unschuldig ums Leben kommen. Bislang scheint niemand in der Lage zu sein, die Situation im Irak in den Griff zu bekommen, und manchmal beschleicht einen dabei auch der Gedanke, dass man sich vielleicht auch einfach nicht genug bemüht. Immerhin hört man auch aus den USA nicht mehr viel zu diesem Thema, seitdem der Abzug der Truppen verkündet wurde.
So sind zum Beispiel in dieser Woche mindestens 16 Mitglieder einer Großfamilie bei einem Massaker in einem kleinen Dorf westlich von Bagdad ums Leben gekommen, zu den Hintergründen dieser Tat weiß man allerdings noch nichts. Allen Opfern wurde in den Kopf geschossen, auch Kinder waren darunter.
Arnold Schwarzenegger besucht US-Truppen in Bagdad
Der Action-Held und derzeitige Gouverneur von Kalifornien Arnold Schwarzenegger hat sein Versprechen, welches er den amerikanischen Truppen im Irak im Jahr 2003 gegeben hat, nun doch noch eingehalten, indem er den im „Camp Victory“ stationieren Soldaten nun einen Besuch abgestattet hat. Das „Camp Victory“ liegt in Bagdad und dort wurde der gebürtige Österreicher dann auch von mehreren hundert Soldaten empfangen. Bei ihnen bedankte sich Schwarzenegger für ihren beherzten Einsatz und ihr Durchhaltevermögen.
Als Belohnung spendierte der Terminator dann noch Zigarren und Autogramme und hunderte Soldaten durften ihm die Hand schütteln. Mit den Worten “Hasta la vista” verabschiedete der 62-Jährige dann und entschwand im Privatjet Richtung Heimat.
Die Domain als Referenz
Ich bekam gerade einen Anruf, ob ich bagdad.de nicht verkaufen wolle; natürlich habe es abgeleht. Diese Domain ist eine zu gute Referenz für den deutschen Sprachraum und Bagdad.
Im übrigen kann man feststellen, dass fast alle Domains im Reisebereich bereits hinter größen Konzernen stecken. reisen.de, Billigflüge.de usw. selbst bei den Kombinationen, wie “Flug Frankfurt” sind schon alle Domains vergeben www.flug-frankfurt.com.
Aber auch die darunterliegenden Streckenverbindungen sind bereits als Domain registriert, was eine Domain wie dallas.de oder eben auch bagdad.de um so wertvoller machen.
Krass ist, dass alle dot-coms über redirect wie z.B. www.pauschalreisen.de gehen:
- flugberlinfrankfurt.com
- flugberlinstuttgart.com
- flugdortmundpalmademallorca.com
- flugfrankfurtantalya.com
- flugfrankfurtbangkok.com
- flugfrankfurtbarcelona.com
- flugfrankfurtberlin.com
- flugfrankfurthamburg.com
- flugfrankfurtistanbul.com
- flugfrankfurtmiami.com
- flugfrankfurtnewyork.com
- flugfrankfurtpalmademallorca.com
- flugfrankfurtsydney.com
- flugfrankfurtwien.com
- flughamburgpalmademallorca.com
- flughamburgstuttgart.com
- flugstuttgartbarcelona.com
- flugstuttgartberlin.com
- flugstuttgarthamburg.com
- flugstuttgartistanbul.com
- flugstuttgartpalmademallorca.com
- flugstuttgartthessaloniki.com
- flugstuttgartwien.com
Irak erschwert unabhängige Berichterstattung
Während man in den USA zur Zeit andere Sorgen hat, hat die irakische Regierung nun die Ablenkung genutzt um ein paar Gesetze durchzusetzen, die den freien Journalisten das Leben schwerer machen sollen. Dabei wurde unter anderem auch eine neue Lizenzsteuer eingeführt, die alle Medienunternehmen künftig zahlen müssen – sie beträgt satte 5000 Dollar. Darüber hinaus müssen die Mitarbeiter der Medienbüros künftig eine Arbeitserlaubnis beim dafür zuständigen Ministerium beantragen, damit sie ihre Tätigkeit auch weiterhin ausführen können.
Man geht davon aus, dass die irakische Regierung mit dieser Maßnahme kritische Berichte über die derzeitige und auch künftige Sicherheitslage im Irak, die sehr zu wünschen übrig lässt, unterdrücken oder aber zumindest erschweren möchte.