Archiv für Dezember 2009

Schuhwerfer von Bagdad wird selber Opfer einer Schuhattacke

Der als “Schuhwerfer von Bagdad” bekannt gewordene irakische Journalist Muntaser el Saidi wurde nun selber Opfer einer Schuhattacke: Bei einer Pressekonferenz in Paris warf ein aufgebrachter, arabisch sprechender Mann einen Schuh nach el Saidi, weil er ihn für einen Unterstützer der Diktatur hält. Diesem Unmut wollte er dann vermutlich mit seiner Tat den nötigen Ausdruck verleihen. Kurz darauf kam es dann zu einem Handgemenge zwischen dem Pariser Schuhwerfer und dem Bruder von el Saidi. Nun gibt es neben dem Schuhwerfer von Bagdad also auch noch ein Pariser Pendant.

Es ist nun auch ungefähr ein Jahr her, dass el Saidi den damaligen US-Präsidenten George W. Bush bei einer Pressekonferenz in Bagdad mit seinen Schuhe bewarf. Dafür sollte er dann allerdings auch drei Jahre ins Gefängnis – im September dieses Jahres wurde er jedoch vorzeitig aus der Haft entlassen. El Saidi behauptet, während seiner Haft auch mit Eisenstangen und Elektroschocks gefoltert worden zu sein.

Bagdad bestellt Mülltonnen „Made in Germany“

Man sollte meinen, dass in einem Land, welches wohl wie nur wenige andere Länder dieser Erde durch jahrelange Krisen und Kriege so gebeutelt ist wie der Irak, nicht unbedingt Mülltonnen die oberste Priorität haben. Dennoch liefert ein deutsches Unternehmen seit einer Weile in regelmäßigen Abständen Qualitätsmülltonnen in die irakische Hauptstadt Bagdad. Aus dem brandenburgischen Neuruppin schickt der Mülltonnenhersteller ESE, ehemals Otto, Woche für Woche unzählige Mülltonnen auf die lange Reise nach Bagdad, wo insgesamt eine halbe Million Stück davon benötigt werden. Die Mülltonnen sind deshalb so wichtig, weil nicht nur einen wertvollen Beitrag zu einer Rückkehr zu einem halbwegs normalen Alltag leisten, sondern darüber hinaus auch die Entstehung von Seuchen reduzieren, weil der ganze Müll nicht mehr auf den Straßen herumliegt und die Kinder somit auch nicht mehr damit oder darin spielen können.

Die Stadtverwaltung von Bagdad erhält daher über einen Zeitraum von fünf Monaten und auf mehrere Lieferungen verteilt insgesamt rund 500.000 Mülltonnen, um der Lage Herr zu werden. Und ein Farbwunsch wurde dabei ebenfalls geäußert – Himmelblau ist die bevorzugte Farbe der insgesamt 120 Liter fassenden Mülltonnen. Die Vorderseite ziert das Logo der Hauptstadt mit einem arabischen Schriftzug in Gelb. Darüber hinaus war den Irakern auch wichtig, dass „Made in Germany“ auf den Mülltonnen prangt. Rund sechs Millionen Euro soll diese Lieferung kosten.