Archiv für Mai 2010
US Embassy Bagdad
Die neu erbaute US-Botschaft in Bagdad ist ein monströses Ensemble aus zwei Dutzend GebĂ€uden und deutet an, wie wichtig die Bush-Administration den Irak genommen hat. Sie soll gleichzeitig die Macht und den Anspruch Washingtons demonstrieren. In dem Komplex leben und arbeiten mehr als 1000 Menschen. Die Funktion der Botschaft ging lange Zeit weit ĂŒber die einer diplomatischen USVertretung hinaus. Hier lag auch das Zentrum der US-Verwaltung des Irak in der Nachkriegs- und Ăbergangszeit.
Die Botschaft kostete den US-Steuerzahler mehr als 600 Millionen Dollar und ist eine kleine Stadt fĂŒr sich mit Einkaufszentrum, Dienstleistungsbetrieben wie Friseur-, Kosmetik- und Fitnessstudios sowie mehr als 600 Wohnungen. Diesen Beitrag weiterlesen »
Irak plant Ausbau der Infrastruktur – Investoren gesucht
Nach Auskunft der “Wirtschaftsplattform Irak” plant die irakische Regierung, die Infrastruktur im Land – insbesondere an FlughĂ€fen – auszubauen. So soll der Flughafen in Bagdad durch drei neue Terminals sowie einen Cargo-Bereich deutlich aufgewertet werden. ZusĂ€tzlich sei eine Zugverbindung ins Stadtzentrum, ein Kongresszentrum sowie eine Luftfahrtakademie geplant. Ein Projekt, fĂŒr das die Regierung derzeit nach Investoren sucht.
Der Internationale Flughafen in Bagdad, frĂŒher “Saddam International Airport”, wurde zwischen 1979 und 82 als Zivil- wie auch MilitĂ€rflughafen gebaut und befindet sich in einem Vorort, etwa 16 Kilometer westlich der City.
Bagdads’ Greenzone
Ein Teil der Innenstadt der irakischen Hauptstadt Bagdad ist hermetisch abgeriegelt. Hier liegt die sogenannte Greenzone, die grĂŒne Zone, in der abgeschirmt hinter hohen Mauern und Stacheldraht das Parlaments- und Regierungsviertel, die riesige neue US-Botschaft, die britische Botschaft, eine US-Garnison, zahlreiche ehemalige Villen und auch PalĂ€ste von Saddam Hussein in einem park- und oasenartigen, weitlĂ€ufigen GelĂ€nde am Tigris liegen. In ihnen leben teilweise noch die rechtmĂ€Ăigen Besitzer, vorwiegend aber Amerikaner. Zahlreiche westliche, insbesondere amerikanische GeschĂ€ftsleute und Dienste haben hier ihren Sitz. Und es gibt wilde Besetzer aus den letzten Kriegstagen. Sie haben ehemalige GebĂ€ude der Baath-Partei, der frĂŒheren Saddam-Einheitspartei, besetzt und leben sozusagen geduldet in dem zur GrĂŒnen Zone gewordenen Areal, das von einer 12 Kilometer langen Betonmauer umgeben ist. Zugang alle haben nur ĂŒber spezielle Check Points Zugang. Diesen Beitrag weiterlesen »
Neue LĂ€ndervertretungen in Erbil
WĂ€hrend viele Regionen des Landes nach wie vor “brandgefĂ€hrlich” und Menschenrechtsverletzungen scheinbar an der Tagesordnung sind, kehrt im Norden fast so etwas wie NormalitĂ€t ein. Auch das AuswĂ€rtige Amt schrĂ€nkt seine Reisewarnung fĂŒr den Irak fĂŒr die Region Kurdistan-Irak, vor allem die StĂ€dte Erbil, Sulaymaniya und Dohuk, aufgrund einer besseren Sicherheitslage ein.
Dazu passt eine Meldung der Wirtschaftsplattform Irak, nach der Polen, Libanon, die Vereinigten Arabischen Emirate wie auch Kroatien planen, Konsulate in der Hauptstadt der irakischen Region Kurdistan, Erbil, zu eröffnen. Diese sollen vornehmlich dazu dienen, das wirtschaftliche Engagement der LĂ€nder zu vereinfachen. Denn gerade die (ruhige) Region Kurdistan ist fĂŒr viele LĂ€nder inzwischen wirtschaftlich durchaus attraktiv geworden. Hier werden immer mehr private Investoren aktiv, und daher wollen auch die LĂ€nder mit ihren Vertretungen prĂ€sent sein.
Hotel in Bagdad finden
Das Al-Rashid-Hotel im Zentrum von Bagdad war frĂŒher das beste Hotel in der irakischen Hauptstadt. Dort stiegen schon zu Saddam Husseins Zeiten StaatsgĂ€ste, auslĂ€ndische GeschĂ€ftsleute und Journalisten ab. BerĂŒhmt wurde das zentrale, 18-stöckige Bauwerk im Golfkrieg von 1991, als der Reporter Peter Arnett von dort fĂŒr den US-Nachrichtensender CNN berichtete und diesen international bekannt machte. Nach dem Golfkrieg lieĂ Saddam an der Schwelle des Hotels ein Mosaik mit dem Konterfei von US-PrĂ€sident George Bush senior anbringen. Jeder, der das Hotel betreten wollte, musste Bush sozusagen ins Gesicht treten. Im Vorraum starrte einen von allen Seiten Saddam in verschiedenen heroischen Posen auf dem Pferd und mit SĂ€bel oder Pistole von ĂŒbermannsgroĂen Bildnissen herab an.
Nach dem Irakkrieg, der 2003 mit der Vertreibung Saddam Husseins und der Eroberung des Irak durch US-Truppen und KoalitionĂ€re endete, lieĂ US-PrĂ€sident George W. Bush junior, der Sohn des US-PrĂ€sidenten aus dem sogenannten zweiten Golfkrieg, das Mosaik entfernen und stattdessen das Bildnis von Saddam Hussein anbringen. Diesen Beitrag weiterlesen »
Deutsches in der Fremde
Mit der Einrichtung so genannter “Dialogpunkte” baut das Goethe-Institut ein Netzwerk mit aktuellen Deutschlandinformation in Nordafrika und Nahost auf. Ziel ist es, insbesondere jungen Menschen aus der arabischen Welt, einen freien Zugang zu Informationen zu bieten und sie einzuladen, Deutschland nĂ€her kennen zu lernen. Hierzu wurde, nach Bagdad, auch ein Dialogpunkt Deutsch in Erbil errichtet.
Damit hat der Irak seit dem 23. November 2008 eine zweite Anlaufstelle fĂŒr alle, die sich fĂŒr unser Land interessieren; der “Dialogpunkt” befindet sich in den RĂ€umen der deutschen Firma MAN/Terramar.
Seinen Besuchern bietet der “Dialogpunkt” ein vielfĂ€ltiges Informations- und Medienangebot zu Deutschland und der deutschen Sprache an: “Besucher sind zum Lernen und Diskutieren oder einfach nur zum Schmökern und Verweilen eingeladen”, so das Goethe-Institut, das als Zielgruppe vor allem Deutschlehrer, Studenten und RĂŒckkehrer aus Deutschland sieht: “Eingeladen sind freilich alle, die sich fĂŒr Deutschland, seine Sprache und Kultur interessieren.” Diesen Beitrag weiterlesen »
Irak: Minderheiten in Gefahr
Ein Land kommt nicht zu Ruhe. UnverĂ€ndert warnt das AuswĂ€rtige Amt vor Reisen in den Irak und empfehlt deutschen Staatsangehörigen, das Land zu verlassen. Denn trotz einer teilweise verbesserten Sicherheitslage (und einigen, eher “ruhigen” Provinzen) bleibt ein Aufenthalt in Irak gefĂ€hrlich, finden nach wie vor immer noch mehrere hundert Menschen im Monat den Tod. Nicht nur bei groĂen, aufsehenerregenden AnschlĂ€gen, sondern ebenso abseits der laufenden Fernsehkameras.
So weist Amnesty International auf die nach wie vor heikle Stellung von Frauen und MĂ€dchen in dem Land hin: “Wenn Frauen gegen traditionelle Moralvorstellungen verstoĂen, kommt es immer wieder zu so genannten Ehren-Verbrechen … bis hin zum Mord durch Familienmitglieder”, zieht Irak-Experte Carsten JĂŒrgensen eine traurige Bilanz. Diesen Beitrag weiterlesen »
Hilfe fĂŒr ein traumatisiertes Land
Ohne Frage ist der Irak ein Land mit einer “blutigen” Vergangenheit. Verschiedene Quellen wie auch Augenzeugenberichte belegen, dass im Irak wĂ€hrend der Ăra Saddam Hussein Folter eine durchaus ĂŒbliche “Verhörmethode” war und auch “gerne” mal zur EinschĂŒchterung der politische Opposition benutzt wurde. Ebenso schwebten Minderheiten wie auch generell dem Staat lĂ€stige Personen (etwa EhemĂ€nner, deren Frauen auf offener StraĂe entfĂŒhrt und vergewaltigt wurden) in stĂ€ndiger Gefahr. Durchaus “gĂ€ngige” Methoden waren dabei SchlĂ€ge und Elektroschocks, um das Opfer gefĂŒgig zu machen, aber auch VerstĂŒmmlungen wie das Ausstechen von Augen und viele Grausamkeiten mehr. Wobei sich das “Blatt” mitunter auch wendete und jene SicherheitskrĂ€fte, die eben noch als WĂ€rter fungiert hatten, beim kleinsten Verdacht selbst zu Folteropfern wurden …
Mit UnterstĂŒtzung des AuswĂ€rtigen Amts erhalten irakische Folteropfer nun noch bessere Behandlungsmöglichkeiten. Denn im nordirakischen Erbil hat das Berliner Behandlungszentrum fĂŒr Folteropfer (bzfo) nun ein weiteres Zentrum eröffnet: Es ist das dritte Behandlungszentrum dieser Art im Land. Diesen Beitrag weiterlesen »
Eröffnungszeremonie: Erbil neuer “Knotenpunkt” fĂŒr den Norden des Landes!
Wie berichtet, steuert Lufthansa nun wieder drei Mal wöchentlich den Norden des Iraks an. AnlÀsslich der offiziellen Zeremonie Ende April besuchte auch Iraks Botschafter, Alaa Al-Hashimy, zusammen mit seiner Gattin, Nahid Al-Robaee, Erbil im Norden Landes.
An der Zeremonie nahmen zudem Innenminister Abdulkarim Sultan Abdullah sowie der Beauftragte fĂŒr Internationale Beziehungen innerhalb der “Regionalregierung Kurdistan”, Falah Mustafa Baker, teil. Zudem waren natĂŒrlich auch zahlreiche deutsche Unternehmer, Vertreter der deutschen Botschaft in Bagdad wie auch der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Erbil, Oliver Schnakenberg, zugegen. Die Irak-Abteilung des AuswĂ€rtigen Amts hatte zudem Klemens Semtner entsandt. Diesen Beitrag weiterlesen »
Abschiedsfeier fĂŒr den Botschafter
Ende April veranstaltete die Deutsch Arabische Freundschaftsgesellschaft (DAFG) eine kleine Abschiedsfeier fĂŒr den irakischen Botschafter, dessen Dienstzeit in der Bundesrepublik zu Ende geht. Neben Botschaftern der arabischen LĂ€nder gaben sich auch Mitglieder des Vorstands der DAFG sowie hochrangige GĂ€ste aus Politik und Wirtschaft die Ehre.
Houssam Marouf , Vorstandsmitglied der DAFG, betonte noch einmal die maĂgebliche Beteiligung des Botschafters an der Entwicklung und dem Vorankommen der DAFG. Botschafter Alaa Al-Hashimy bedankte sich seinerseits fĂŒr die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren.


