Wirtschaft

Oelraffinerie

Der Großteil der irakischen Wirtschaft ist in Bagdad angesiedelt. Die wichtigsten Industriezweige sind die Ölraffination, Holzindustrie, Baustoffindustrie, Textilindustrie und die Nahrungsmittelverarbeitung. In der Landwirtschaft werden hauptsächlich Datteln und Gemüse produziert. Außerdem hat in Bagdad die Iraq Stock Exchange, die staatliche Erdölgesellschaft, ihren Sitz.

 

1972 wurden alle ausländischen Erdölgesellschaften verstaatlicht und die Ölkrise führte zu einem rasanten Anstieg der Erdölpreise. Das führte zu einem Wirtschaftsboom in Bagdad, wovon ein Großteil der Bevölkerung profitierte. Allerdings wurde die Wirtschaft durch die beiden Golfkriege und das UN-Embargo schnell wieder lahmgelegt. Seit den 1980er Jahren hat sich der Lebensstandard der Bevölkerung wieder verschlechtert.

 

Die schlechte Infrastruktur und die große Wohnungsnot bereiten große Probleme, vor allem nach dem Irakkrieg und den folgenden Kämpfen zwischen Schiiten und Sunniten. Durch die ständigen Vertreibungen verloren Hunderttausende ihre Wohnungen. Viele Obdachlose kommen aus dem Gouvernement Kirkuk, wo sie von den Kurden vertrieben wurde. Andere haben nicht genug Geld, um die hohen Mieten zu bezahlen. Auch kann Bagdad, im Gegensatz zu anderen arabischen Städten, wie Dubai, wo jetzt mit dem Al Burj wieder ein Rekordbauwerk errichtet werden soll, nicht auf den Tourismus als Einnahmequelle setzen.

 

Ein weiteres Problem ist die nur unzureichende Entsorgungs- und Reinigungskapazitäten für Abwasser, Abgas und Abfälle für die angesiedelte Industrie. Das führt zu zahlreichen Infektionskrankheiten, welche zudem noch durch die schlechten Hygienebedingungen eine starke Verbreitung erfahren. Atemwegs- und Hauterkrankungen sind so weit verbreitet.